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Sonderschau 2008 in Nürnberg
Unsere Hauptsonderschau 2008 war bei der Nürnberger Taubenschau angeschlossen, verbunden mit der Bayerischen Landesgeflügelausstellung in Nürnberg,. Mit einem Meldeergebnis von 242 Böhmentauben konnten wir mehr als zufrieden sein. Ausgerichtet wurde sie vom Nürnberger Taubenclub.
Bekannt ist der Nürnberger Taubenclub für bestens organisierte Großschauen und im zweijährigem Rhythmus entsprechend große Nürnberger Taubenschauen. Der SV der Böhmentaubenzüchter bedankt sich bei der gesamten Ausstellungsleitung sehr herzlich für die professionell abgelaufene Schau.
Mit 47 Meldungen waren die Schwarzen zahlreich und in hoher Qualität aufgetreten. Meist kräftige, kurze Figuren mit substanzvollen, gerundeten Köpfen. Die Zeichnung fast immer in Ordnung. Lobenswert auch die Irisfarben. Dennoch musste der amtierende Preisrichter auf ungenügenden Gefiederglanz auf den Decken und oftmals auf mehr Halseleganz, nicht so kurz und eingesteckt wirkend und festeres Halsgefieder, sowie rötere Augenrandfarbe hinweisen. Die zahlreichen hohen Noten gingen an Distler (2 v und hv), Dietrich v und hv und Westermeyer (2 hv).

Die Braunen (10) nehmen weiter zu. Sie konnten bereits mit durchwegs guten Köpfen und Augenrandfarbe aufwarten. Figürlich zeigten sie noch unterschiedliche Körpermasse. Stinglhammer Franz jun. erzielte auf eine Alttäubin v, diese und noch weitere sollten noch etwas mehr Körperkürze aufweisen. Tiere eines Jungzüchters wünschte man im Nacken korrekter geputzt. Mit der geforderten gleichmäßigen Deckenfarbe wird man sicher noch für einige Zeit Abstriche machen müssen.

Zahlenmäßig schwach vertreten 16 Rote, wenn man bedenkt, dass die Roten schon einmal der führende Farbenschlag waren. Größenmäßig sehr unterschiedlich, das Mittelmaß wäre ideal. Ein Teil feiner schöner Tiere, aber eben zu klein. Herausragend die mit v bewertete Alttäubin von Hundschell, der auch noch mit hv bedacht war. Ein weiteres hv ging an Biereder. Ansonsten sollte das Hals- und Deckengefieder manchmal glatter sein. Einige male waren Tiere zu nackenbetont. Die Augenränder sollten öfters zarter und/oder intensiver rot sein.

Auch die Gelben (19) hätten zahlreicher sein können und einheitlicher im Typ. Besonders farblich zeigten nur wenige ein schönes gleichmäßiges gelb. Sehr oft herrschte zu dunkle und zudem ungleichmäßige gelbe Deckenfarbe vor. Figürlich hatten sie überwiegend die betonte Brustfülle, sg Stand und Haltung und markante Köpfe mit gutem Stirnwinkel. 4 Tiere musste ohne korrekte Rückendeckung und offenem Gefieder am Latzende abgestuft werden. Hv Noten erzielten Lang (2) und Wimmer (1).

Der beliebteste Farbenschlag sind nach wie vor die Blauen mit schwarzen Binden (62). Mehrheitlich kräftige kompakte Figuren mit entsprechend substanzvollen Köpfen, markanter Iris-, Augenrand-, und gleichmäßiger Gefiederfarbe. Die 1,0 präsentierten sich im Erscheinungsbild im Vergleich zu den 0,1 vorteilhafter. Bei letzteren vermisste man sehr oft die gewünschte Eleganz. Was bei aller Kompaktheit des Körpers einer Böhmentaube eben auch dazugehört. Relativ kurze und eingezogene Hälse und dazu mit zu betontem Nacken und teilweise zu lockerem Hals- und Keilgefieder sind nicht das was Böhmentauben attraktiv macht. Insgesamt gesehen waren die Hauptangriffspunkt die immer wieder angesprochene ungleiche Bindenführung, diese sollten durchgezeichneter und farblich satter erscheinen. Mehrmals angemerkt werden musste das übertriebene Putzen der Farbabgrenzung im Nackenbereich. Beim genauen betrachten der ausgestellten Tieren fielen besonders positiv die zahlreichen Tiere von Datzmann auf, der alle herausgestellten Tiere mit v und 3 hv stellen konnte.
Die Blauen ohne Binden (10) hatten mehrheitlich nicht die gewünschte Körpermasse und Brustfülle. Das Übel vergangener Jahre rötliche Augenrandfarbe und Spiegel in den Schwungfedern war stark verbessert. Das positiv in Erscheinung tretende Tier mit besonders schöner Farbe und Feder von Jahn (hv) zeigte leichte Schwächen in der Brustfülle.
Sehr ansprechend wiederum die Braunfahlen (22). Im Typ konnten sie gefallen. Deckenfarbe sehr zart und rein mit wunderschönen Binden. Die Intensität der Irisfarbe die laut Bundeszuchtausschuß bei den diversen braunfahlen Farbenschlägen heller ausfallen dürfen waren durchaus intensiv gefärbt, wir werden weiterhin auf eine gewisse Leuchtkraft der orangenfarbigen Iris achten. Immer wieder Tiere mit etwas zu angehobener Brust, an deren Ausmerzung wird gearbeitet. Auf genügend Farbstoff der Binden sollte bei einigen Tieren geachtet werden. Die dominierende Zucht stellt seit einiger Zeit Lanzinger der auch heuer wieder die Spitzenpreise (v und 2 hv) kassierte.

3 Rotfahle bereicherten die Schau. Sie bestachen mit besonders typischen Figuren und satter Bindenfarbe. Die Alttäubin (hv) gehörte Distler.
Auch die Gelbfahlen (2) können aufgrund der bekannten Zuchtschwierigkeiten kaum Fuß fassen. Sie zeichnete sehr gefällige Farbe im Kopf, Latz, Decken und Binden aus. Der 1,0 kam zum hv (Distler), hätte aber etwas mehr Körperfülle vertragen können. Die Täubin wünschte der PR im Rücken noch kürzer.

Die Blaugehämmerten (13) treten seit einiger Zeit auf der Stelle. Sie können nicht mehr an den Zuchtstand vor einigen Jahren anknüpfen. Der PR wünschte wiederholt mehr Brustfülle und Stirnansatz. Außer auf ausgewogenere Hämmerung muss auch auf intensivere Durchfärbung der Schwung- und Schwanzfedern geachtet werden. Die beste Taube mit hv konnte Eberl zeigen.
Eine sehr typhafte, ausgeglichene Kollektion von 5 Blaufahl-gehämmerten. Die Hämmerung jedoch durchwegs klarer und dichter angeordnet. Der Alleinaussteller Schalk und Erzüchter wurde mit hv belohnt.

Mit 14 Braunfahl-gehämmerten Tieren liegen wir im Trend der Vorjahre. Aber auch hier wie im Vorjahr der gehäufte Wunsch zu einer kürzeren kompakten Figur. Das Hämmerungsbild wies eine relativ große Toleranzbreite auf. Die Hämmerungs- und Bindenfarbe sollte zwar nicht ins Blaufahle abdriften, aber auch nicht wie mehrmals festgestellt in Richtung Rosteinlagerungen. Datzmann machte hier mit hv das Rennen.
5 Rotfahl-gehämmerte gemeldet, 4 waren nur angetreten. 3 konnten bei guten Figuren und ansprechenden Hämmerungen gefallen. Ein Tier musste wegen zu stumpfer, verwaschener Hämmerung abgestuft werden. Die mit sg 95 herausgestellte Jungtäubin hatte sehr geringe Rückendeckung.

Auch bei 6 gemeldeten Gelbfahl-gehämmerten kamen nur 5 zur Schau. Figürlich sagten sie zu, die Hämmerung wünschte man allgemein gleichmäßiger und schärfer abgegrenzt. Distler kam zu hv.
8 Hellblaue mit weißen Binden, wie gewohnt nur ein Aussteller. Im Vergleich zu den Vorjahren nicht mehr in dem relativ einheitlich guten Erscheinungsbild. Figürlich sind sie abgefallen, Binden nicht mehr so rein und ohne Bindensaum. Dennoch hv für Wagner.
Insgesamt gesehen war die Präsentation der Hauptsonderschau sehr zufrieden stellend. Beeindruckend die hohe Qualität mit meist kräftigen, kurzen, kompakten Figuren mit substanzvollen, gerundeten Köpfen. Die Zeichnung fast immer in Ordnung. Lobenswert auch die Irisfarben. Das Erscheinungsbild der Rasse sollte aber bei einem Teil durch noch mehr Streben zu festerem Halsgefieder und mehr Halseleganz gesteigert werden. Bedanken möchte ich mich bei den Preisrichterkollegen Nömmer, Basmer und Heiß für ihre korrekte Bewertung unserer Tiere und für die Unterstützung bei der Abfassung dieses Schauberichtes.
Stefan Distler Zuchtwart
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